Mindestanforderungen „Sehen“ im EASA-Medical für Kl. 2-Piloten


Privatpiloten Klasse 2

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Die EU-Verordnung 1178/2011 unterscheidet im nichtgewerblichen Luftverkehr zwischen zwei Lizenzen für Flugzeugführer, der Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz (Flugzeug) => LAPL(A)

und der Privatpilotenlizenz (Flugzeug) => PPL(A).

Das LAPL-Medical enthält geringere Anforderungen an die Sehfähigkeit.


Privatpiloten Klasse 2 PPL(A+H)

Bestimmungen Medical Klasse 2 AMC2 MED.B.070 bzgl. Sehfähigkeit und MED.B.075 bzgl. Farbensehen bei Piloten Kl. 2 PPL (A&H)

• Fernvisus MED.B.070

für jedes Auge mit oder ohne Korrektur mindestens 0,5; bei beidäugigem Sehen 0,7. Grenzwerte für die unkorrigierte Sehschärfe sind nicht festgelegt. Sieht ein Auge weniger als 0.5 so gilt als untere Grenze für das schlechtere Auge 0,3, wenn das andere Auge mit Korrektur 1.0 sieht. Der Intermediärvisus auf dem guten Auge sollte N 14 und der Nahvisus N 5 sein.

• Refraktionsfehler

Es gibt keine Einschränkungen mehr bezüglich Refraktionsfehlern (Dioptrien)!  Es muss nur der geforderte Visus mit Brille oder Kontaktlinsen erreicht werden.

• Farbensehen/Farberkennung AMC2 MED.B. 075
Bei der Erstuntersuchung müssen Bewerber den Test nach Ishihara (24-Tafel-Version) bestehen. Der Farbtest gilt als bestanden, wenn die Bewerber die ersten 15 Tafeln, die ihm in zufälliger Reihenfolge gezeigt werden, ohne Fehler erkennen. Wenn sie diesen Test nicht bestehen, müssen sie erweiterte Tests bestehen (Nagel-Anomaloskop bzw. dessen Äquivalent oder Signallaternen nach Spectrolux, Beines oder Holmes-Wright).

Bei der Prüfung am Anomaloskop nach Nagel muss Trichromasie mit normaler Einstellbreite (maximal 4 Skalenteile der Rotschraube) bestehen.

• Binokularsehen

normale binokulare Funktion wird nicht mehr gefordert, wohl aber stabiles Einfachsehen mit stabiler Fusion.

• Gesichtsfeld

Wenigstens das beidäugige Gesichtsfeld muss normal sein.



Privatpiloten Klasse 2 LAPL

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Ähnlich Klasse 2 PPL, aber bzgl. des Visus noch etwas »weicher«:
Sehschärfe auch 0.5/ 0.5 und binokular 0.7. Bei Sehschwäche eines Auges (Amblyopie) soll die Sehschärfe des guten Auges (korrigiert oder unkorrigiert) 0,7 oder besser sein. Dafür muss eine augenärztliche Untersuchung erfolgen. Tauglichkeit ist also gegeben, wenn die Sehschärfe beidäugig mit oder ohne Korrektur mindestens 0,7 ist, auch wenn ein Auge schlechter als 0.3 sieht (Amblyopie).
Bewerber sollen die N5-Tafel in 30 -50 cm Entfernung und die N14-Tafel in 1 m Entfernung lesen können.


Tauglichkeit nach Augenoperationen

• Refraktiv-chirurgische Eingriffe AMC12 MED.B.070

Die Tauglichkeit kann überprüft werden unter folgenden Bedingungen: stabile Refraktionsverhältnisse, keine postoperativen Komplikationen, Blendempfindlichkeit  normal (1:2),  

• Cataract-Operationen AMC12 MED.B.070

Die Tauglichkeit kann überprüft werden, wenn das Auge wieder stabil ist. Etwa nach 3 Monaten postoperativ.

• Glaukom-Operationen AMC12 MED.B.070

Die Tauglichkeit kann überprüft werden, wenn das Auge wieder stabil ist. Etwa nach 3 Monaten postoperativ.

• Nach einer Augen-OP (Lasik, PRK, Cataract-OP) muss nachgewiesen sein:

Komplikationsfreiheit, stabile Refraktion, keine erhöhte Blendempfindlichkeit.


Welche Augenfehler machen untauglich für Klasse 2?

Klasse 2: Sehschärfe bei Erstbewerbern auf einem Auge unter dem Grenzwert (mit oder ohne Korrektion) 0.5 / 0.5. Bei Farbuntüchtigkeit kann die Auflage VCL erteilt werden (nur Tagflug). Für Nachtflugberechtigung müssen mindesten die ersten 9 von 15 Farbtafeln Ishihara erkannt werden. Diplopie (Doppelbilder).

Was gilt bei Erneuerungsuntersuchungen?

Klasse 1 und 2: Liegt bei einer Verlängerungs- oder Erneuerungsuntersuchung die Sehschärfe eines Auges unter dem Grenzwert, wird der Proband/ die Probandin bei Kl. 1 an das LBA verwiesen, bei Kl. 2 an die lizenzausstellende Behörde.

Welche Anforderungen gelten für Kl. 2 nach Augenoperationen?

Tauglichkeit nach Augenoperationen

• Refraktiv-chirurgische Eingriffe (AMC12 MED.B.070)

Die Tauglichkeit kann überprüft werden unter folgenden Bedingungen: stabile Refraktionsverhältnisse, keine postoperativen Komplikationen, Blendempfindlichkeit  normal (1:2),  

• Cataract-Operationen (AMC12 MED.B.070)

Die Tauglichkeit kann überprüft werden, wenn das Auge wieder stabil ist. Etwa nach 3 Monaten postoperativ.

• Glaukom-Operationen (AMC12 MED.B.070)

Die Tauglichkeit kann überprüft werden, wenn das Auge wieder stabil ist. Etwa nach 3 Monaten postoperativ.

• Nach einer Augen-OP (Lasik, PRK, Cataract-OP) muss nachgewiesen sein:

Komplikationsfreiheit, stabile Refraktion, keine erhöhte Blendempfindlichkeit.

Was gilt bzgl. Brillen und Kontaktlinsen?

• Brillenträger (j) Kl. 1 und 2
Brillenträger sollten Monofokalgläser oder Gleitsichtgläser tragen. Multifokale Kontaktlinsen sind nicht zugelassen. Monovision ist nicht zugelassen. Sonnenbrillen sollen eine feste Tönung haben, keine Phototropen Gläser.

Farbensehen

Farbensehen: Ohne ausreichendes Farbsehen muß die Auflage "VCL" ausgesprochen werden (nur Erlaubnis zum Tagflug). Für LAPL gilt: für Nachtflug sollten 9 der ersten 15 Tafeln von 24 Tafeln nach Ishihara fehlerfrei gelesen werden.