Diagnoseverfahren bei Diagnose Grüner Star (Glaukom)



Die Entwicklung des Grünen Stars (Glaukom) ist ein kontinuierlicher Prozess.


Diagnoseverfahren beim Glaukom (GKV-Leistung)

Zur Glaukomdiagnostik gehören regelmäßige Augeninnendruckmessungen und die Untersuchung des Sehnervenkopfes mit der 90 Dpt.-Lupe Auge. Die Augeninnendruckmessung kann applanatorisch oder mit einem Non-Contact-Verfahren erfolgen. Ferner sind in gewissen Abständen Gesichtsfelduntersuchungen erforderlich.


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Die Entwicklung des Grünen Stars ist ein kontinuierlicher Prozess, wie die obere Graphik zeigt. Oft, aber nicht immer, liegt ein zu hoher Augeninnendruck vor und der Sehnerv ist auffällig ausgehöhlt. Die einfache Glaukomvorsorge berücksichtigt nur den Augeninnendruck und ob der Sehnerv auffällig ausgehöhlt erscheint. Oft sind weitere Untersuchungen wie die Pachymetrie (Messung der Hornhautdicke) oder eine Nervenfaseranalyse anzuraten, besonders bei großen Sehnerven (Makropapille) oder schrägem Sehnerveneintritt (Tilded disc).

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Normaler und glaukomatöser Sehnervenkopf (ausgehöhlt).

Die Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) deckt mittlere und späte Stadien auf.


Die Perimetrie ist eine psychophysische Methode, um das unbewusste, seitliche Sehen zu überprüfen. Beim Grünen Star kommt es in den mittleren und späten Stadien zu Gesichtsfeldausfällen (s.u.). Diese Ausfälle sind für den Betroffenen nur bei der Perimetrie festzustellen. Erst im Spätstadium bemerkt der Betroffene eine schlechtere Reaktionszeit, oft auch erhöhte Blendung und mehr Lichtbedarf.

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fortgeschrittene Gesichtsfeldeinengung mit Bogenskotom

Wer bekommt den Grünen Star und wer nicht?

„Manche Patienten entwickeln trotz hoher Druckwerte keine Sehnervenschädigung, also kein Glaukom, während bei anderen schon normale Druckwerte ausreichen, um eine glaukomatöse Optikus-Atrophie zu erzeugen (Normaldruckglaukome). Das bedeutet, ob ein individueller Patient ein Glaukom entwickelt oder nicht, hängt von zwei Tatbeständen ab: von der Regulation des Augendrucks und von der Vulnerabilität der Papille für Glaukomschäden, welche von mehreren, individuell unterschiedlichen pathogenetischen Faktoren beeinflusst wird.“ (Dr. U. Schlötzer-Schrehardt, Augenklinik der Universität Erlangen-Nürnberg).
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Weitere Diagnoseverfahren beim Glaukom (nicht GKV-Leistung)


Pachymetrie - Bestimmung der Hornhautdicke

Ist die Hornhaut dicker oder dünner als normal, ändert sich der gemessene Augendruck um einen Betrag Delta. So kann ein Augeninnendruck von 25 mmHg bei einer dicken Hornhaut normal sein, ein Augeninnendruck von 18 mmHg bei einer dünnen Hornhaut dagegen ist schon zu hoch.
Die normale Hornhautdicke beträgt 550 µm (0.5 mm).

Ganglienzellanalyse und Nervenfaseranalyse zeigen die früheste Schädigungen beim Glaukom


Die frühesten messbaren Schäden lassen sich heute mit der Ganglienzellanalyse und der Nervenfaseranalyse im OCT nachweisen. Jede Ganglienzelle erhält von den Photorezeptoren das erste Lichtsignal und schickt es über eine Nervenfaser zum Sehnerven. Dort werden die 1,1 Millionen Nervenfasern gebündelt und zum Gehirn in das Sehzentrum geleitet. Erste Schäden an den Ganglienzellen und an den Nervenfaserbündeln lassen sich im OCT wesentlich früher als Gesichtsfeld-Ausfälle (Perimetrie) feststellen. Da sich 50% aller Ganglienzellen in der Makula befinden, eignet sich die Ganglienzellanalyse dort hervorragend zur Früherkennung des Glaukoms und zur Unterscheidung von Nicht-Glaukom.
In den Spätstadien vom Glaukom eignet sich die Ganglienzellanalyse besser als die Nervenfaseranalyse zur Verlaufsbeobachtung.


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altersentsprechend normale Ganglienzellzahl
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gegenüber der Altersgruppe deutlich verminderte Ganglienzellzahl

Nervenfaseranalyse


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Normale altersentsprechende Nervenfaserschicht-Dicke

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Verdünnte Nervenfaserschicht bei Glaukom (am linken Auge mehr als am rechten Auge).