Grüner Star (Glaukom)

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Die Entwicklung des Grünen Stars (Glaukom) ist ein kontinuierlicher Prozess. Je früher man ein Glaukom feststellt, desdo früher kann man sein Fortschreiten stoppen oder verzögern.

Stille Gefahr für das Augenlicht: über 50% aller Glaukome werden zu spät erkannt

Es tut nicht weh, macht keine roten Augen, keine Sehstörungen und ist gerade deshalb so heimtückisch: das Glaukom! Der "Grüne Star" schädigt den Sehnerv irreparabel und kann zur Erblindung führen.

Das Glaukom wird oft zu spät erkannt. Beschwerden wie Gesichtsfeldausfälle treten erst im Spätstadium auf, davor kommt es zu keinen merkbaren Symptomen. Auch die Sehschärfe nimmt anfangs nicht ab. In 90 Prozent der Fälle wird das Glaukom durch die Glaukomvorsorge festgestellt, die Patienten gehen wegen ganz anderer Beschwerden zum Augenarzt. Nur durch die Glaukomvorsorge kann das Glaukom rechtzeitig entdeckt werden.

Fazit: Da der Grüne Star in den frühen und mittleren Stadien keine Sehstörungen aufweist, werden viele Glaukome ohne regelmäßige Glaukomvorsorge noch immer viel zu spät festgestellt.


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Augeninnendruckmessung mit blauem Kobaltlicht

Wie häufig ist das Glaukom?

Das statistische Risiko an einem Glaukom zu erkranken steigt vom 40. Lebensjahr (von 0,5 - 2%), auf 4% bei den über 60-Jährigen und auf ca.10 - 15% bei den über 80-Jährigen. Das Auftreten der okulären Hypertension (erhöhter Augendruck ohne Glaukom) ist zehnmal höher und beträgt ca. 6 - 8% jenseits des 45. Lebensjahres.

Erhöhte Risiken

Schwarze Hautfarbe bedingt ein vierfach erhöhtes Erkrankungsrisiko im Vergleich zur gleichaltrigen weisser Rasse. Wenn einer der Eltern an Glaukom leidet, ist das Erkrankungsrisiko doppelt so hoch. Bei Erkrankung einer der Geschwister ist das Risiko, selbst an einem Glaukom zu erkranken, viermal so hoch. Kurzsichtige haben ein 2 - 3-fach erhöhtes Erkrankungsrisiko. Das Spielen von Blasinstrumenten mit hohem Anblasdruck kann das Risiko für Glaukom erhöhen.

Die Entwicklung des Grünen Stars ist ein langsamer, kontinuierlicher Prozess, wie die obere Graphik zeigt. Oft, aber nicht immer, liegt ein zu hoher Augeninnendruck vor und der Sehnerv ist auffällig ausgehöhlt. Die einfache Glaukomvorsorge berücksichtigt nur den Augeninnendruck und ob der Sehnerv auffällig ausgehöhlt erscheint. Oft sind weitere Untersuchungen wie die Pachymetrie (Messung der Hornhautdicke) oder eine Nervenfaseranalyse mit dem OCT anzuraten, besonders bei großen Sehnerven (Makropapille), kleinen Sehnerven (Mikropapille) oder schrägem Sehnerveneintritt (Tilded disc).


Die Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) deckt mittlere und späte Stadien auf.


Die Perimetrie
ist eine psychophysische Methode, um das unbewusste, seitliche Sehen zu überprüfen. Beim Grünen Star kommt es in den mittleren und späten Stadien zu Gesichtsfeldausfällen (s.u.). Diese Ausfälle sind für den Betroffenen nur bei der Perimetrie festzustellen. Erst im Spätstadium bemerkt der Betroffene eine schlechtere Reaktionszeit, oft auch erhöhte Blendung und mehr Lichtbedarf.

Das anatomische Korrelat eines Gesichtsfeldausfalls ist der Untergang von Ganglienzellen in der Netzhaut. Gesichtsfeldausfälle sind jedoch mit den üblichen Verfahren erst nach dem Verlust von mindestens 20 - 50 % der Ganglienzellen nachweisbar.


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fortgeschrittene Gesichtsfeldeinengung mit Bogenskotom oben - typisch für ein fortgeschrittenes Glaukom

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Normaler und glaukomatöser Sehnervenkopf (Papille).

Ursachen des Glaukoms (Grüner Star)


Augendruck erhöht = Glaukom?

„Manche Patienten entwickeln trotz hoher Druckwerte keine Sehnervenschädigung, also kein Glaukom, während bei anderen schon normale Druckwerte ausreichen, um eine glaukomatöse Optikus-Atrophie zu erzeugen (Normaldruckglaukome). Das bedeutet, ob ein individueller Patient ein Glaukom entwickelt oder nicht, hängt von zwei Tatbeständen ab: von der Regulation des Augendrucks und von der Vulnerabilität der Papille für Glaukomschäden, welche von mehreren, individuell unterschiedlichen pathogenetischen Faktoren beeinflusst wird.“ (Dr. U. Schlötzer-Schrehardt, Augenklinik der Universität Erlangen-Nürnberg).
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Wie diagnostiziert man ein Glaukom (Grüner Star)?


Um den Prozess im frühen Stadium zu entdecken, empfiehlt der BVA (Berufsverband der Augenärzte Deutschlands) und die DOG (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft) die Glaukomvorsorge ab dem 40. Lebensjahr. Zur Glaukomvorsorge gehört die Augeninnendruckmessung und die Untersuchung des Sehnervenkopfes. Die Augeninnendruckmessung erfolgt entweder applanatorisch (Tropfanästhesie, blaues Kobaltlicht) oder mit einem Non-Contact-Verfahren elektronisch). Um bei Augendruckwerten im Grenzbereich den exakten Druck zu ermitteln, empfiehlt es sich in vielen Fällen, eine Bestimmung der Hornhautdicke (Pachymetrie) durchführen zu lassen.


Kosten der Glaukomvorsorge: 20,00 €


Erweiterte Glaukomdiagnostik: Die Nervenfaseranalyse und die Ganglienzellanalyse decken frühe Schädigungen beim Glaukom auf.


Um die frühesten Glaukomzeichen oder Zeichen der Progression zu finden, sollten die vulnerablen (verwundbaren) Gewebe analysiert werden, nämlich sowohl die Ganglienzellschicht, als auch die Nervenfaserschicht vor den Sehnerven.


Nervenfaseranalyse im OCT


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Normale altersentsprechende Nervenfaserschicht-Dicke

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Verdünnte Nervenfaserschicht beim Glaukom

Die frühesten messbaren Schäden lassen sich heute mit der Ganglienzellanalyse und der Nervenfaseranalyse im OCT nachweisen. Jede Ganglienzelle erhält von den Photorezeptoren das erste Lichtsignal und schickt es über eine Nervenfaser zum Sehnerven. Dort werden die 1,1 Millionen Nervenfasern gebündelt und zum Gehirn in das Sehzentrum geleitet. Erste Schäden an den Ganglienzellen und an den Nervenfaserbündeln lassen sich im OCT wesentlich früher als Gesichtsfeld-Ausfälle (Perimetrie) feststellen. Da sich 50% aller Ganglienzellen in der Makula befinden, eignet sich die Ganglienzellanalyse dort hervorragend zur Früherkennung des Glaukoms und zur Unterscheidung von Nicht-Glaukom.


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altersentsprechend normale Ganglienzellzahl

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gegenüber der Altersgruppe deutlich verminderte Ganglienzellzahl

Wir empfehlen daher, in Zweifelsfällen eine Nervenfaseranalyse und eine Ganglienzellanalyse durchzuführen.


Therapie des Grünen Stars (Glaukom): Senkung des Augeninnendrucks


Ziel der Behandlung des Grünen Stars (Glaukom) ist immer eine Senkung des Augeninnendrucks. Dadurch wird eine weitere Schädigung des Sehnervs verhindert. Wichtig ist ein möglichst frühzeitiger Behandlungsbeginn, um Schädigungen der Nervenfasern des Sehnervs und seiner Ganglienzellen zu vermeiden, die nicht mehr behoben werden können. Abgestorbene Nervenfasern regenerieren sich nicht.

Medikamente


Am Beginn der Therapie steht gewöhnlich eine medikamentöse Therapie, meist mit Augentropfen.

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SLT-Lasertherapie


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Die SLT-Lasertherapie benutzt sehr kurze Lichtimpulse mit geringer Energie und zielt nur auf die spezifischen Melanin- bzw. Pigmentzellen im Auge. Diese Zellen werden danach über einen regenerativen, körpereigenen Selbstheilungsprozess erneuert. Auf diese natürliche Weise wird der Abfluss des Kammerwassers verbessert und der Augeninnendruck gesenkt. Die Wirkung kann im Laufe der Jahre nachlassen und insgesamt 3 x durchgeführt werden. Die Behandlung ist schmerzfrei bzw. schmerzarm.

Die SLT wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.