Augenvorsorge für Kinder (Sehscreening)
Die Augenvorsorge dient der Früherkennung von Sehstörungen durch den Augenarzt, wenn die Vorsorgeuntersuchungen U7- U9 beim Kinderarzt normal verlaufen sind.
Warum reicht ein normaler Sehtest beim Kinderarzt nicht aus?
Der Sehtest beim Kinderarzt (U7 kurz vor dem 2. Geburtstag, U7A vor dem 3. Geburtstag und U8 ab dem 4. Geburtstag, die U9 ab dem 5. Geburtstag) kann frühestens durchgeführt werden, wenn Ihr Kind bereits spricht. Darüber hinaus sind diese Tests nicht dazu geeignet Refraktionsfehler, die oft vererbt werden (Kurzsichtigkeit,Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung) aufzudecken.
Werden Sehstörungen nicht in den ersten Lebensjahren erkannt und behandelt, können diese zu einer dauerhaften Sehschwäche führen. Eine Sehschwäche kann weder mit einer Brille noch mit anderen Sehhilfen ausgeglichen werden und wird auch Amblyopie genannt.
Worauf kommt es bei der Augenvorsorge an?
Ein wichtiger Bestandteil unserer Untersuchungen ist die Refraktionsmessung (Kurzsichtigkeit? Weitsichtigkeit? Hornhautverkrümmung? Ungleiche Brechkraft = Anisometropie?) mit einem speziellen Gerät, dem Videoskiaskop Plusoptix. Mit diesem Gerät können auch schon Säuglinge - meist ohne Pupillenerweiterung -gemessen werden. So kann schon bei Säuglingen festgestellt werden, ob sich die Augen altersgerecht entwickeln.
Fehlsichtigkeit bei Kindern
Die meisten Kinder im Alter vor dem 6. Lebensjahr sind weitsichtig (Plus-Werte) und haben auch eine mehr oder weniger starke Hornhautverkrümmung (Astigmatismus).
Typischerweise haben Kinder eine Hornhautverkrümmung mit der Regel, d.h. der horizontale Krümmungsradius ist kleiner als der vertikale (die Wölbung vertikal in 90° ist stärker als horizontal in 180°). Im Erwachsenenalter ändert sich die Verkrümmung oft zu einem Astigmatismus gegen die Regel, wie das Bild verdeutlicht.
Was bezahlt die Krankenkasse?
Um Kosten im Gesundheitswesen einzusparen, wird eine Augenvorsorge beim Augenarzt von den Krankenkassen nicht bezahlt. Eine Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt mit Sehtest ( U7 - U 9) wird dagegen doch von den Krankenkassen bezahlt.
Wird bei einer Augenvorsorge eine Sehstörung erkannt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle Kosten, die bei einer weiteren Untersuchung und der Behandlung entstehen.
... mehr lesen: Artikel vom Bayerischen Rundfunk über Sehscreening bei Kindern
... mehr lesen Berufsverband der Kinderärzte
... Kosten die Augenvorsorge bei Kindern