Cross-linking bei Keratokonus (Quervernetzung der Hornhaut durch UV-Licht)
Ein Keratokonus ist eine krankhafte Vorwölbung der Hornhaut mit Verdünnung am steilsten Punkt.
Links normale Hornhautwölbung, rechts keglige Vorwölbung bei Keratokonus.
Das Wort Cross-linking bedeutet Quervernetzung. Die Stützfasern (Kollagen-Fibrillen) des Hornhaut-Stromas (Schicht 3 Abb. unten) erhalten zusätzliche Querverstrebungen, wodurch die Hornhaut insgesamt stabiler wird. In der Orthopädie, Zahnheilkunde, HNO und Herzchirurgie ist dieses Verfahren schon länger bekannt.
Die Kombination von Riboflavin Augentropfen (Vitamin B2) und UV-Strahlen sorgt am Auge für eine Quervernetzung der Hornhautfasern durch photooxidative Prozesse, wodurch die Hornhaut stabiler wird und somit, nach heutigem Kenntnisstand, keine weitere Vorwölbung eintritt. Der Zustand des Keratokonus wird also nicht geheilt, sondern nur stabilisiert.
Die Behandlung ist vor allem bei der frühen progressiven Form des Keratokonus ohne Narbenbildung anzuraten. Hier sollte die Behandlung nicht in einem zu späten Stadium erfolgen. Bei der 10- mal so häufigen stillen Form des Keratokonus (forme fruste) ist ein cross-linking nicht erforderlich. Hier reicht die jährliche Überprüfung mittels Topographie.
Eine erweiterte Indikation stellt die iatrogene Keratektasie nach Lasik dar. In der Diskussion ist die Indikation bei Verdünnung der Hornhaut nach bakterieller Keratitis und bei der bullösen Keratopathie.
Die Hornhaut des Auges

Schnitt durch die menschliche Hornhaut (mit freundlicher Genehmigung von L. Buratto)
1: Epithel (Deckhäutchen mit Basalmembran)
2. Bowman-Membran (derbe Haut, dient der Stabilität)
3. Stroma mit Kollagen-Fibrillen
4. Descemet-Membran
5. Endothel (innere Grenzschicht zum Kammerwasser)
Technik des cross-linking der Hornhaut
Die Behandlung wird unter sterilen Bedingungen mit lokaler Betäubung durchgeführt und dauert insgesamt ca. 45 Minuten. Sie hören in dieser Zeit Musik. Zunächst wird ein Lidhalter eingesetzt, um das Auge während der Behandlung offen zu halten. Damit die Riboflavin Augentropfen in die tiefere Schicht (Stroma) gelangen können, wird im ersten Schritt die oberste Schicht der Hornhaut (Epithel) entfernt. Anschließend wird die Hornhaut 30 Minuten lang mit UV-A-Licht (365 nm) bestrahlt und alle 5 Minuten wird Riboflavin getropft. Damit das Epithel wieder verheilen kann, erhalten Sie am Ende der Behandlung eine Verbandskontaktlinse, die für circa 4 bis 5 Tage am Auge verbleibt. Während der Tage der Heilung verspürt man ein Brennen im Auge und muss eine Sonnenbrille tragen.
Bei dieser Behandlungsmethode handelt es dich um ein neu entwickeltes und noch nicht zugelassenes Verfahren. Die erste Studie hat jedoch gezeigt, dass dieses Verfahren ein entscheidender Schritt zur Behandlung vom Keratokonus-Patienten sein wird und die Erfolgsaussichten als gut einzustufen sind. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten derzeit nicht (Stand 2011). Die Kosten belaufen sich auf etwa 850,00 -950,00 € pro Auge.
Risiken und Nebenwirkungen des cross-linking
Es kommt zu subepithelialen Trübungen in der Hornhaut, die sich allmählich zurückbilden. Durch die festere, "weniger weiche" Hornhaut wird der Augeninnendruck (scheinbar) erhöht.
Wo können Sie das cross-linking durchführen lassen?
Wir führen das cross-linking in Kooperation mit dem Laserzentrum Augentis in der Schönhauser-Allee durch.
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