FAQ - häufige Fragen zu Kontaktlinsen

1. Vorteile

Kontaktlinsen bieten ohne Frage
viele Vorteile, sowohl optischer als auch kosmetischer Art. Je stärker die Fehlsichtigkeit ausgeprägt ist, desto größer können die optischen Vorteile von Kontaktlinsen sein: natürliches Sehen (keine Vergrößerung/ Verkleinerung), keine Gesichtsfeldeinengung durch Brillengläser/ -gestelle. Dieses gilt besonders bei Kurzsichtigkeit (Myopie), aber auch bei Weitsichtigkeit (Hyperopie) und durch die Hornhautverkrümmung verursachte Stabsichtigkeit (Astigmatismus). Zwischen Hornhautvorderfläche und Kontaktlinsenrückfläche bildet sich die sogenannte "Tränenlinse", die als Teil des optischen Systems die Wirkung besonders der harten (formstabilen) Kontaktlinse ergänzt. Selbst hochgradige Fehlsichtigkeiten können so, im Gegensatz zum Brillenglas, mit wesentlich dünneren Kontaktlinsen und ohne größere Probleme korrigiert werden. Auch die Abbildungsfehler stärkerer Brillengläser, z.B. Randverzerrungen, treten bei Kontaktlinsen in der Regel nicht auf. Ein weiterer Nachteil von Brillengläser, ist der Vergrößerungs- bzw. Verkleinerungseffekt. Dieser Effekt beruht darauf, dass „Plus-Gläser“ das Netzhautbild vergrößern und Minus-Gläser das Netzhautbild verkleinern. Da besonders weiche Kontaktlinsen jede Augenbewegung mitmachen und ihr Zentrum immer vor der Pupille liegt, gibt es keine unscharfen Randzonen, und das Gesichtsfeld bleibt uneingeschränkt. Durch diese Eigenschaft ist es möglich, genau wie bei den Brillengläsern (Gleitsichtbrille, Bifokalbrille), multifokale Kontaktlinsen einzusetzen. Diese Kontaktlinsen ermöglichen dann ein scharfes Sehen sowohl in der Ferne als auch in der Nähe. Für Sportler/innen ist die Bewegungsfreiheit entscheidend. Kontaktlinsen haben hier einen großen Vorteil. Das Verletzungsrisiko durch das Tragen einer Brille entfällt. Außerdem können Kontaktlinsen nicht wie Brillengläser beschlagen; auch bei Regen und Schnee behält man immer den klaren Durchblick. Wer mit optischen Geräten, z.B. Kamera oder Mikroskop arbeitet, kommt ebenfalls mit Kontaktlinsen besser zurecht, im Gegensatz zur Brille sind Kontaktlinsen nicht "im Weg". Auch können Sicherheitsbestimmungen, wie das Tragen von Schutzbrillen oder Sicherheitshelmen, leichter eingehalten werden.

2. Weiche Kontaktlinsen (Vor- und Nachteile)

Konventionelle weiche Kontaktlinsen bestehen in der Regel aus Hydrogel mit einem Wassergehalt von 55-75 %. Dieses Linsenmaterial allein saugt Tränenflüssigkeit auf und bedarf deshalb einer ausreichenden Tränenproduktion. Proteine und Schmutzpartikel können sich in der schwammartigen Struktur ablagern, weshalb weiche Kontaktlinsen eine besondere Reinigung benötigen. Die Eingewöhnungszeit ist aufgrund des viel geringeren Fremdkörpergefühls kürzer als bei harten Kontaktlinsen, so dass weiche Kontaktlinsen auch zum sporadischen (temporären) Tragen sehr gut geeignet sind.
Weiche Kontaktlinsen sind im Gegensatz zu harten Kontaktlinsen mit einem Durchmesser von etwa 13 mm etwas größer als harte formstabile Kontaktlinsen (ca. 10 mm). Sie sind deshalb etwas schwerer zu handhaben und verursachen bei ungenügender Reinigung häufiger Infektionen der Hornhaut oder Bindehaut. Genauso wie harte Kontaktlinsen müssen die meisten weichen Kontaktlinsen vor dem Schlafengehen herausgenommen werden.
Neben den normalen weichen Kontaktlinsen (Jahreslinsen) sind so genannte Austauschsysteme erhältlich. Sie zeichnen sich durch unterschiedliche lange Benutzungsdauer aus (Tages-, Wochen-, Monatslinsen). Vorteil: man hat immer eine „frische“ Kontaktlinse mit gleichbleibender Materialqualität. Nach Ablauf der Tragefrist darf die Kontaktlinse nicht mehr verwendet werden und muss durch eine neue Linse ausgetauscht werden.

Die
neueren weichen Kontaktlinsen bestehen aus Silikon-Hydrogel-Kombinationen und verbinden eine sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit mit geringer Ablagerungsneigung. Silikon-Hydrogel-Linsen haben einen Wasserspeicher und geben dieses Wasser nicht frei, so dass sie auch bei trockenen Augen gut vertragen werden. Der Sauerstoff muss nicht, wie bei den Hydrogel-Linsen, durch den Wassergehalt transportiert werden, sondern diffundiert durch die Linse. Daher haben die neuen weichen Linsen einen erstaunlich geringen Wassergehalt (20-30%).

Vorteile weicher (flexibler) Kontaktlinsen:

kürzere Eingewöhnungszeit
besserer Tragekomfort
geringeres Fremdkörpergefühl
sporadisches Tragen möglich
gute Haftung

Nachteile weicher (flexibler) Kontaktlinsen:

aufwendigere Reinigung
kürzere Lebensdauer
bei höherer Hornhautverkrümmung geringere optische Abbildungsqualität
schwierigere Handhabung
häufiger Gefäßneubildungen am Hornhautrand

3. Harte Kontaktlinsen (Vor- und Nachteile)

Harte Kontaktlinsen bestehen aus Kunststoffen wie
z.B. Fluor-Silicon-Methacrylate-Copolymer. Moderne Hartlinsen zeichnen sich durch eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit und gute Verträglichkeit aus. Bedingt durch ihre formstabile Struktur sind sie leichter zu reinigen und einfacher zu handhaben. Die optische Qualität ist meist besser als bei weichen Kontaktlinsen, da sie Hornhautverkrümmungen und -unregelmäßigkeiten mit der hinter der Kontaktlinse entstehenden Tränenlinse automatisch ausgleichen können. Sie müssen aber individuell angepasst werden und brauchen durch das anfangs vermehrte Fremdkörpergefühl eine längere Eingewöhnungsphase.

Vorteile harter (formstabiler) Kontaktlinsen:
meist bessere optische Eigenschaften
längere Lebensdauer
einfachere Handhabung
geringeres Infektionsrisiko
bessere Langzeitverträglichkeit
oft bessere Sauerstoffdurchlässigkeit

Nachteile harter (formstabiler) Kontaktlinsen:
anfangs größeres Fremdkörpergefühl
längere Eingewöhnungsphase
individuelle Anpassung nötig
geringere Haftung
keine Austauschsysteme erhältlich
kein sporadisches Tragen möglich
4. Was bedeutet Wassergehalt (WG)?

Der Wassergehalt gibt den Anteil von Wasser einer weichen Kontaktlinse in Prozent an. Allgemein gilt, je höher der Wassergehalt einer Kontaktlinse ist, desto besser ist die Sauerstoffdurchlässigkeit des Linsenmaterials. Kontaktlinsen mit hohem Wassergehalt und guter Sauerstoffdurchlässigkeit (Dk-Wert) sind daher für längere Tragezeiten geeignet. Kontaktlinsen mit hohem Wassergehalt haben auch Nachteile. Sie sind in der Regel nicht so stabil wie Linsen mit niedrigem Wassergehalt und neigen eher zu Ablagerungen. Bei sehr trockenen Augen kann es bei hochwasserhaltigen Kontaktlinsen zu Trageproblemen kommen, da diese den natürlichen Wasservorrat (Tränenfilm) des Augen wie ein "Schwamm" aufsaugen.
Sehr gut geeignet bei trockenen Augen sind auch weiche, hochgasdurchlässige Kontaktlinsen aus Silikon-Hydrogel-Material, die auch Tag und Nacht im Auge bleiben dürfen.

5. Was bedeutet Dk-Wert?

Der Dk-Wert ist ein Maß für die Sauerstoffdurchlässigkeit von Kontaktlinsen (Dk, Dk/t, Dk/L). Je höher der Dk-Wert, desto besser ist die Sauerstoffdurchlässigkeit des Linsenmaterials. Bei weichen Kontaktlinsen ist der Dk-Wert meist abhängig vom Wassergehalt (WG). Ein hoher Wassergehalt verbessert in der Regel die Sauerstoffdurchlässigkeit des Linsenmaterials. Ausnahme: die neueren Fluor-Silikon-Linsen.

6. Was deutet Krümmungsradius (BC) und Durchmesser (DIA)?

Der Krümmungsradius (BC) gibt die Krümmung der Innenfläche der Kontaktlinse in mm an. Je größer dieser Wert ist, desto flacher und lockerer sitzt die Linse. Der Krümmungsradius der Linse ist abhängig von der Krümmung der Hornhautoberfläche. Der Sitz hängt aber auch von dem Durchmesser und von der Festigkeit des Linsenmaterials ab. Der Durchmesser (DIA) gibt die Größe der Kontaktlinse in mm an. Weiche Kontaktlinsen haben in der Regel einen größeren Durchmesser und harte Kontaktlinsen einen kleineren Durchmesser im Vergleich zum Hornhautdurchmesser.

7. Was bedeutet Handling-Tint?

Kontaktlinsen mit Handling Tint haben eine leichte meist bläuliche Tönung. Diese Sichttönung dient dem besseren Auffinden der Kontaktlinsen im Kontaktlinsenbehälter und hat keinen Einfluss auf ihre Augenfarbe. Oft ist diese Sichttönung mit einem zusätzlichen UV-Filter, der das Auge vor schädlicher UV-A- und UV-B-Strahlung schützt, kombiniert. Ein Ersatz für eine Sonnenbrille ist ein integrierter UV-Filter allerdings nicht.

8. Wie oft muss ich zur Kontrolle der Augen?

Kontaktlinsen können heute bei vielen Adressen gekauft werden: beim Augenoptiker, im Internet, in der Drogerie, beim Augenarzt. Nur der Augenarzt kann
krankhafte Veränderungen an der Hornhaut, im Tränenfilm, in den Lidranddrüsen und in der sonstigen Augenoberfläche erkennen und behandeln. Deshalb gilt immer der Rat:

Regelmäßige Kontrollen der Augen beim Augenarzt

bei weichen Kontaktlinsen alle 6 Monate,
bei harten Kontaklinsen alle 12 Monate.

9. Reinigung von Kontaktlinsen

Kontaktlinsen benötigen eine tägliche Reinigung. In der Regel geschieht dieses während der Nachtruhe. Für das Aufbewahren von Kontaktlinsen stehen eine Reihe von unterschiedlichen Reinigungslösungen zur Verfügung. Bei modernen Pflegesystemen lassen sich meist mehrere Reinigungsschritte gleichzeitig erledigen (All-in-One-Pflegesysteme). Diese sind vorwiegend für die Tauschlinsen geeignet. Aber auch mehrstufige Reinigungssysteme sind erhältlich (2-Stufen-Plegesysteme auf Wasserstoff-Peroxidbasis). Diese sind noch gründlicher. Unterschieden werden Reinigungssysteme für weiche und harte Kontaktlinsen. Bei der Pflege weicher Kontaktlinsen sollte zusätzlich zur täglichen Reinigung einmal pro Woche eine spezielle Enzymtablette zur Entfernung von Proteinablagerungen verwendet werden.
Desinfektionssysteme auf Wasserstoff-Peroxidbasis bieten zur Zeit die größte Sicherheit. Weiterhin sollte der Aufbewahrungsbehälter regelmäßig mindestens monatlich erneuert werden.

10. Welche Linsen sind in unserer Praxis erhältlich
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