Heidelberg Retina Tomograph (HRT): Präzisionsvermessung des Sehnervs

Beim Glaukom (Grüner Star) bewirkt ein erhöhter Augeninnendruck oder eine anhaltende Durchblutungsstörung eine Schädigung des Auges an seiner schwächsten Stelle, dem Sehnervenkopf, der nur stecknadelkopfgroß ist. Dieser Punkt, an dem der Sehnerv das Auge verlässt, weist mit fortschreitendem Glaukom eine zunehmende Einsenkung in seiner Oberfläche auf. Es kommt zu einem Absterben von retinalen Ganglienzellen. Diese Aushöhlung ist zwar vom Augenarzt mit dem Augenspiegel zu erkennen, kann aber nur mit einem speziellen Gerät, dem Heidelberg Retina Tomographen (HRT), quantitativ vermessen werden. Die gemessenen Werte des Auges werden automatisch mit Daten von 50 glaukomatösen und 80 normalen Augen aus einer Datenbank des Moorefield´s eye hospital in London verglichen. Entsprechend kann eine Diagnose gestellt werden: Zeichen von Glaukom oder noch normal.


Das HRT basiert auf dem Prinzip der so genannten konfokalen Laser-Scanning-Tomographie. Durch einen völlig ungefährlichen Laserstrahl wird das gewünschte Netzhautareal in drei verschiedenen Ebenen an bis zu 9,4 Millionen Stellen abgetastet und so ein Bild aufgenommen, das mit einem an das Gerät angeschlossenen Computer weiter verarbeitet wird. Diese dreidimensionale Darstellung der Kontur des Sehnervkopfes und der Netzhaut erlaubt eine frühzeitige Feststellung einer möglicherweise schon vorhandenen Schädigung. Nach drei Untersuchungen - etwa innerhalb von 3 Jahren- ist eine statistische Aussage über das Fortschreiten oder die Stabilisierung des Glaukoms möglich.


Ablauf der Untersuchung

Der Patient legt seinen Kopf während der Untersuchung auf eine Kinnstütze und fixiert einen vorgegebenen Punkt. Ein Weittropfen der Augen ist dabei in den allermeisten Fällen nicht erforderlich. Der Untersucher kann nun die Kamera des Gerätes nah an das Auge des Patienten heranfahren. Ein ungefährliches Laserlicht lässt die Strukturen des Sehnervenkopfes mit den zugehörigen Gefäßen (Adern) in ihrer räumlichen Anordnung erkennen. Insgesamt werden mehrere aufeinander folgende Bilder von jedem Auge angefertigt. Diese Bilder werden über das Internet verschlüsselt an unsere Praxis geschickt und hier von uns am Computer ausgewertet. Veränderungen eines eventuellen Schadens des Sehnervenkopfs durch ein Glaukom können deshalb sehr schnell erkannt werden. Sie erhalten einen Farbausdruck der Bilder für Ihre Unterlagen.

Weitere Anwendung des HRT: bei Drusenpapille und bei Stauungspapille (erhöhter Hirndruck)


Drusenpapille (links) Stauungspapille/ Papillenödem (rechts)